- Viele Frauen kommen über den Besitz oder die Zucht von Jagdhunden zur Jagd. Der Hund ist oft der erste Kontaktpunkt mit der Jagdwelt.
- Der Hund dient als „Tor zur Jagd“ – besonders in ländlichen Regionen, wo Hundehalter:innen oft automatisch in Kontakt mit Jäger:innen kommen.
- Beispiel: Eine Frau kauft oder züchtet einen Jagdhund (z. B. einen Deutschen Jagdterrier oder Labrador Retriever) und entdeckt dabei ihre Leidenschaft für die Jagd.
- Gemeinschaft und Netzwerke: Jagdhundevereine und -prüfungen (z. B. die VGP – Vielseitigkeitsprüfung für Jagdhunde) sind oft geschlechtergemischt und bieten Frauen eine niedrigschwellige Möglichkeit, sich in der Jagdsparte zu engagieren.
- Frauen nutzen diese Netzwerke, um sich auszutauschen und schrittweise zur Jägerprüfung zu kommen.
Praktische Gründe: Ein gut ausgebildeter Jagdhund erleichtert die Jagd erheblich. Für Frauen, die allein jagen möchten (z. B. als Alleingängerinnen), ist ein Hund oft essenziell für Sicherheit und Erfolg.
- Mehr Frauen in der Jagd: In den letzten Jahren steigt der Anteil von Frauen, die den Jagdschein machen. 2023 lag der Frauenanteil in Deutschland bei etwa 10–15% (Quelle: Deutscher Jagdverband, DJV).
- Diversität in der Jagd: Immer mehr Frauen setzen sich für eine moderne, inklusive und nachhaltige Jagd ein. Frauen, die den Jagdschein machen, tun dies aus einer Mischung von Leidenschaft für die Natur, Herausforderung, Gemeinschaft, Nachhaltigkeit oder persönlicher Freiheit. Die Jagd wird zunehmend als modernes, vielfältiges Hobby wahrgenommen – jenseits von Klischees.
Einige Frauen engagieren sich aus Überzeugung für eine zeitgemäße Jagd:
- Tierwohl und Ethik: Sie sehen die Jagd als Teil eines verantwortungsvollen Umgangs mit Wildtieren – im Gegensatz zu industrieller Fleischproduktion.
- Kritik an Massentierhaltung: Wildbret wird oft als Alternative zu konventionellem Fleisch gesehen.
Naturschutzorganisationen: Einige Frauen verbinden ihre Jagd mit Engagement für den Artenschutz.
- Selbstbewusstsein stärken: Besonders in einer von Männern dominierten Branche kann die Jagd ein Gefühl von Stärke und Unabhängigkeit vermitteln.
Traditionelle Rollenbilder überwinden: Immer mehr Frauen nutzen die Jagd, um sich von Klischees zu lösen und eigene Wege zu gehen.
- Zeit in der Natur verbringen: Die Jagd ermöglicht es, abseits vom Alltag Zeit in Wäldern und Feldern zu verbringen – oft in Ruhe und Stille.
- Adrenalin und Spannung: Für manche ist die Jagd ein spannendes Hobby, das Geduld und Präzision erfordert.
- Einzigartige Erlebnisse: Begegnungen mit Wildtieren, das Erlegen eines Tieres oder das gemeinsame Kochen des Wildbrets können sehr prägende Erfahrungen sein.
In einigen Fällen ist die Jagd beruflich relevant:
- Försterinnen oder Wildbiologinnen: Der Jagdschein kann für den Berufseinstieg oder die Weiterbildung sinnvoll sein.
- Jagdaufseherinnen: In einigen Bundesländern ist der Jagdschein Voraussetzung für diesen Beruf.
- Tourismus und Bildung: Einige Frauen nutzen ihr Wissen, um Führungen oder Bildungsangebote im Bereich Natur und Jagd anzubieten.


