Das REBHUHN - der weitgehend verschwundene Vogel des Jahres

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Wo ist es geblieben? Das Rebhuhn ist ein typischer Bewohner der offenen Agrarlandschaft. Noch in den 1950er-Jahren war es in nahezu allen landwirtschaftlich geprägten Regionen Deutschlands verbreitet. Damals wurde der Bestand auf rund drei Millionen Brutpaare geschätzt. Heute sind davon nur noch etwa 21.000 bis 37.000 Paare übrig – gerade einmal rund ein Prozent des damaligen Bestands.

Für das Überleben der Rebhühner sind geeignete Lebensräume entscheidend. Ungemähte und möglichst ungespritzte Flächen bieten den Weibchen sichere Brutplätze, in denen sie ihre Nester vor Fressfeinden wie Füchsen schützen können. Ebenso wichtig sind artenreiche Blühflächen mit einem großen Angebot an Insekten. Diese dienen vor allem den Küken als wichtige Nahrungsquelle. Ein Gelege kann bis zu 20 Küken umfassen, die insbesondere in den ersten Lebenswochen auf ausreichend tierische Nahrung angewiesen sind.

Doch solche wertvollen Lebensräume werden in der intensiv genutzten Agrarlandschaft immer seltener. Die Folge: Der Bruterfolg reicht heute vielerorts nicht mehr aus, um die Rebhuhnbestände langfristig zu erhalten.

Der drastische Rückgang des Rebhuhns ist deshalb nicht nur ein Verlust für alle, die diesen charakteristischen Feldvogel kaum noch erleben können. Er ist zugleich ein deutliches Warnsignal für den Zustand unserer Agrarlandschaft. Wo Insekten und Wildkräuter verschwinden, verlieren auch viele andere Tierarten ihre Lebensgrundlage.

Der Rückgang zeigt, dass das natürliche Gleichgewicht in intensiv genutzten Landschaften zunehmend aus dem Gleichgewicht gerät. Pestizide können zwar bestimmte Schädlinge bekämpfen, sie können jedoch kein intaktes und vielfältiges Ökosystem ersetzen.